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8.01.2020
07.05.2020
von Ralf Ohm
 
„Fred“ probiert gerne etwas aus

Dänin feste Größe im SG-Tor –
mit Risikofreude in die 2. Liga


Kirchhof – Frederikke Siggaard liebt es, unbekannte Dinge auszuprobieren. Mit dieser Leidenschaft hat es die Dänin (bisher) bis in die 2. Handball-Bundesliga geschafft.
Als kleines Mädchen kletterte sie auf Bäume, „was eigentlich nur den Jungen in meinem Alter vorbehalten war“. Als damalige Schwimmerin begann sie mit ihren Schulfreundinnen Handball zu spielen – und blieb dabei. Als eine Torwartin fehlte und ihr Trainer nach Freiwilligen Ausschau hielt, meldete sich die Zwölfjährige. Nach dem Ende ihrer Schulausbildung wagte sie den Schritt ins Ausland. Und landete 2016 bei der SG 09 Kirchhof, wo sie längst zu einer festen Größe zwischen den Pfosten geworden ist.
Die erste Saison im SG-Trikot war sportlich gar ein „Traum“ (Siggaard). Zusammen mit Paula Küllmer bildete „Fred“ ein extrem junges Torwart-Duo, das ihrer Mannschaft zum Aufstieg in die 2. Liga verhalf. „Ein geiles Gefühl“, blickt sie heute noch begeistert zurück, gesteht aber auch, „dass die ersten sechs Monate ganz schön schwierig waren.“
Nicht ihre Leistungen im Tor waren dabei das Problem, auch nicht das Heimweh, denn ihre Mutter kam sie jede Woche besuchen. Sondern die deutsche Sprache: „Ich hatte Deutsch nur in der Grundschule und längst wieder vergessen. Drum konnte ich am Anfang mit meinen Mannschaftskameradinnen kaum kommunizieren.“
Ein Deutsch-Kurs half ihr aus der Klemme. Und ihre offene, emotionale Art, die gut ankam. „Fred hat neben ihren guten Reflexen, ihrer starken Technik und ihrem exzellenten Tempogegenstoßpass eine äußerst positive Ausstrahlung“, zählt ihr damaliger Trainer Christian Denk die Stärken seiner Torfrau auf. Der holte zwar fürs Unterhaus mit Katarzyna Demianczuk eine äußerst erfahrene Torfrau hinzu, doch die wurde in der Rückserie der Saison 2018/2019 von Frederikke Siggaard als Nummer eins abgelöst. Die bildete mit der Polin plus Paula Küllmer ein Team im Team: „Wir waren ein eingeschworenes Trio, haben uns immer gegenseitig unterstützt, obwohl wir ja eigentlich Konkurrentinnen waren.“
Auf Demianczuk folgte Nela Zuzic, aber auch eine flache Hierarchie. Zwar durfte die erfahrenere Kroatin im Abstiegskampf der Spielzeit 2019/2020 öfter anfangen, „doch damit konnte ich leben“ (Siggaard). „Fred ist sehr ehrgeizig und blieb immer dran“, lobte Denk-Nachfolger Gernot Weiss die Dänin aus Jütland, die immer dann, wenn sie ran musste, „gleich voll da war“ (Weiss). Wie beim rauschenden 37:25-Erfolg gegen Rödertal, als „Fred“ beim 7:11-Rückstand nach 25 Minuten eingewechselt wurde. Und zu einer der Protagonistinnen der fulminanten Wende avancierte.
Nicht nur für Retter Weiss ein zarter Hinweis darauf, „dass sie das Zeug zur Nummer eins hat“. Denn: „Fred ist hervorragend geschult“. Vor Kirchhof in der Jugendakademie des FC Midtylland, mit deren U 18 sie dänische Jugendmeisterin wurde. Siggaards Vorbild ist Niklas Landin, mit dessen Art zu halten sie allerdings wenig gemein hat. Während der dänische Weltmeister von 2019 dank seiner 2,01 Meter Körpergröße fast stoisch abwartet, bis die gegnerischen Werfer sich für eine Ecke entscheiden und erst im letzten Moment blitzartig seine langen Beine und Arme ausfährt, wuselt Kirchhofs Torfrau fast ständig zwischen den Pfosten hin und her.
Trainer Weiss vergleicht sie daher eher mit seinem ehemaligen Eitraer Vereinskameraden Chrischa Hannawald: „Auch der machte verrückte Sachen, war unberechenbar im Kasten.“ Die 1,72 m große Siggaard erklärt ihr ständiges Hüpfen damit, sich größer machen und die Schützen irritieren zu wollen. Womit sie ganz hervorragend gefahren ist. „Fred hat sich toll entwickelt und jede Saison einen Sprung nach vorn gemacht“, bestätigt SG-Kapitänin Diana Sabljak.
Mittlerweile hat die 23-Jährige parallel dazu ihre Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik abgeschlossen und geht einem 35-Stunden-Job nach. Was an ihren sportlichen Ambitionen indes nichts ändert. Irgendwann will sie auch mal die 1.


 

ZUR PERSON

Frederikke Siggaard (23), geboren in Herning (Jütland), wo sie auch ihre Kindheit verbrachte und zur Schule ging. Mit zehn Jahren entdeckt sie ihre Leidenschaft für den Handball, mit 12 wechselt sie vom Feld ins Tor, mit 16 ging sie auf die Jugendakademie des FC Midtylland, mit deren U 18 sie dänische Jugendmeisterin wird. Mit 19 Jahren wechselte sie zur SG 09 Kirchhof, mit der sie 2017 in die 2. Liga aufstieg, wo sie mit der SG zweimal den fünften und in der letzten Saison den 12. Platz belegte.

 


07.05.2020

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