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Die Schlagzeile im Juni 2020

 

 

04.06.2020

von Harald Triller


 

 

Mit 17 in die Handball-Landesliga

SPORTLICHE LEISTUNG DES LEBENS (32) Marie Herwig ist höchste Spielerin im Altkreis

Hoheneiche – Alle Sportler haben Wettkämpfe bestritten, die ihnen ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Wir erzählen diese Geschichten in unserer Serie „Die sportliche Leistung des Lebens“. Heute: die Handballerin Marie Herwig.

Sie ist schnell auf den Beinen und dadurch enorm trickreich. Sie verfügt über einen exzellenten Sprungwurf und den setzt die Rückraumspielerin gezielt und kraftvoll ein. Marie Herwig aus Hoheneiche ist die ranghöchste Handballerin im Altkreis Eschwege, die aktuell bei Kirchhof II in der Oberliga Hessen aktiv ist. Im Altkreis und nicht im Werra-Meißner-Kreis deshalb, weil mittlerweile die aus Bad Sooden-Allendorf stammende Johanna Scharff ebenfalls zur SG 09 gewechselt ist.
Die Leistung ihres (Handball-) Lebens hat sie im Februar 2012 als 17-Jährige vollbracht. Damals war sie in den Diensten der A-Jugend vom Eschweger TSV und rückte beim entscheidenden Spiel der Bezirksoberliga in Guxhagen gegen den TSV Wollrode in den Kader der Damen auf: „Ich war sofort integriert, habe trotz einer gewissen Nervosität meinen besten Handball abgerufen und großen Anteil am 31:25-Erfolg gehabt, der den Meistertitel bedeutete und natürlich mit dem Aufstieg in die Landesliga verbunden war“, schwärmt die heute 25-Jährige, die beim Werra-Meißner-Kreis als Verwaltungsfachangestellte tätig ist.



Die Feier im Bus

Wenn sie an die Heimreise zurückdenkt, dann bekommt sie noch immer Gänsehaut: „Wir haben im Bus mit Bier und Sekt gefeiert, was das Zeug hielt und natürlich lautstark gesungen. Schon da begann die Vorfreude auf die Landesliga, wo ich dann weiterhin an der Seite von so erfahrenen und auch höherklassig aktiven Spielerinnen wie Monika Klajnszmit oder Celia Steyer stand“, blickt Marie Herwig auf die anschließende, sehr erfolgreiche Saison „in der wir als Aufsteiger für Furore sorgten und sofort die Vizemeisterschaft geholt haben.“

Wechsel nach Kirchhof

Nach zwei weiteren Landesligajahren folgte 2015 die Auflösung: „Ja, das war echt schade, aber durch Studium und auswärtige Berufsausbildungen war der Kader ausgedünnt und für die Liga nicht mehr tauglich“, erklärt Marie Herwig, dass sie dem Werben um ihre Person praktisch sofort nachgegeben hat: „Bei Christian Denk, dem damaligen Trainer von Kirchhof II stand ich schon länger auf der Wunschliste. Und mit seinen gezielten Zukunfts- und Trainingsplänen hat er mich überzeugt und mir die Entscheidung wirklich leicht gemacht“, gibt Marie Herwig zu verstehen. Auch, dass Annika Konklowsky bereits bei der SG 09 aktiv war, war ein Faktor. „Ich kannte sie schon aus Jugendzeiten, als sie noch bei Altenburschla/Heldra gespielt hat und so konnten wir nun auch sogar eine Fahrgemeinschaft bilden. Leider hat Annika uns verlassen, dafür ist aber Johanna Scharff zu uns gestoßen, die 2012 ebenfalls zur ETSV-Meistermannschaft gehörte“.
Marie Herwig durfte einen erstklassigen Einstand in der Oberliga mit der SG Kirchhof bejubeln, denn im Derby gegen Eintracht Baunatal gelangen ihr prompt neun Treffer: „Es änderte allerdings nichts daran, dass wir am Ende die bittere Pille schlucken und in die Landesliga absteigen mussten“, kann die Rückraumspielerin den Hebel aber postwendend wieder auf Vollgas stellen, denn am direkten Wiederaufstieg hatte sie als beste Werferin mit 95 Feldtoren entscheidenden Anteil.

Der große Schock

Mittlerweile heißt ihr Trainer seit 2017 Martin Denk, er ist der Bruder von Christian: „Und Martin hat mir letztes Jahr gesagt, Marie, das wird deine Saison. Und die begann einfach nur zauberhaft. Acht Tore gegen Darmstadt, fünf in Weiterstadt, es ließ sich super an. Dann der dritte Spieltag, die 25. Minute in der Partie gegen Hoof, alles aus, großer Schock, Diagnose Kreuzband- und Meniskusriss. OP im November bei Dr. Rauch in Kassel“, so Marie Herwig im Telegrammstil über ihre unglückliche Verletzungssituation.
Aber die Rückraumspielerin Marie Herwig hat sich nicht unterkriegen lassen, sondern die Reha intensiv betrieben: „Und ich muss mich beim Physio Michael Dillmann sowie beim Crossfit-Trainer Angelo Di Milo für die fabelhafte Unterstützung bedanken“, hofft Marie Herwig nun, dass bei der Rückkehr in die Sporthalle auch der Kopf für Handball wieder freigeschaltet ist, „denn ich möchte weiter mit diesem Team, bei dem die Gemeinschaft absolut intakt ist, spielen. Und somit auch dem großartig geführten Verein die Treue halten, der sich während meiner gesamten Rehazeit rührend um mich gekümmert hat.“



Die Familie ist immer mit dabei

Marie Herwig hat mit vier Jahren begonnen beim SV Reichensachsen Handball zu spielen. Mutter Kirsten, die selbst eine gute Handballerin war, gehörte mit Petra Heckmann zu ihren ersten Trainerinnen: „Es ist schon toll, wenn du mit der eigenen Mutter trainierst“, spannt sie den Bogen zur gesamten Familie Herwig, die vom Sport getragen wird.
Vater Bernd war ein guter Fußballer bei Wehretal und seinem Lieblingsverein Adler Weidenhausen, Bruder Yannick gehört zum Gruppenligakader des SV Adler, und Maries Freund, David Dreyer, ist ebenfalls ein guter Fußballer, was er unter anderem in Weidenhausen und bei Eschwege 07 in der Verbandsliga unter Beweis stellte.
„Unsere Familie eilt quasi an den Wochenenden von Spiel zu Spiel, ist eigentlich immer irgendwie mit Sport konfrontiert“, so Marie Herwig, die noch eine köstliche Geschichte parat hat: „Wenn ich in der Melsunger Stadtsporthalle zum Sprungwurf ansetze, dann ruft mein Vater: Marie, Zünden. Und so nennen ihn die Edelfans der SG Kirchhof mittlerweile Bernd, der Zünder. Und während der Reha hat mir mein Oberliga-Team ein Shirt mit meiner Nummer zehn und der Aufschrift Marie, du wirst wieder zünden, geschenkt.“
2007 wechselte Marie Herwig zum Eschweger TSV, wo sie, wie sie beim Gespräch mit unserer Zeitung ausdrücklich betont, unter Trainer Uwe Gondermann sportlich gereift ist und bereits im B-Jugendalter bei den Damen mitmischte: „Zusammenfassend muss ich schon sagen, dass ich in allen drei Vereinen wunderschöne Zeiten verbracht habe und hoffentlich noch verbringen werde. Übrigens: Zum Meistertitel 2012 kommt noch hinzu, dass wir mit der A-Jugend des ETSV ebenfalls den Titel gewonnen haben. Damals gehörten auch Klaudia Klajnszmit und Nora Gondermann dem Team an.“

Die besten Wünsche
VON HARALD TRILLER
Marie Herwig hat den Handball von der Pike auf gelernt. Mit zielstrebiger Trainingsarbeit hat sie das ohne Frage vorhandene Talent meisterlich verfeinert. Ihre Spielart, speziell, wenn sie zu ihrem hammerharten Wurf aus der zweiten Reihe ansetzt, erinnert an den Weltmeister von 1978, Joachim Deckarm. Der flüssige Bewegungsablauf, das gute Auge für die Mitspielerinnen und der Torinstinkt sind unverkennbar.
Und sie hat gezeigt, dass auch ein Rückschlag eine Marie Herwig nicht aus der Bahn wirft. Akribisch und voller Energie hat sie während der Reha neue Kräfte gebündelt und den körperlichen Aufbau bravourös bewerkstelligt. Der Wunsch, dass nun auch ihr Kopf für den Handball wieder frei sein wird, wenn sie mit dem Hallentraining beginnt, der begleitet Marie Herwig von allen Seiten.



 

Marie Herwig will bald wieder im Kirchhof-Trikot auflaufen. Zur Zeit läuft und läuft sie ihre Runden im Stadion. Der Kampf zurück läuft also auf Hochtouren.

 

04.06.2020

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