Dem Druck stand gehalten

melsungen. Diesmal hielten sie dem Druck des Gegners stand. Diesmal verteidigten sie ihren schön und frühzeitig herausgespielten Vorsprung. Diesmal präsentierten sie sich auch vor eigenem Publikum, das dankbar applaudierte, als Einheit. Die Folge: Die Zweitliga-Handballerinnen der SG 09 Kirchhof feierten gegen den TV Nellingen einen 30:24 (17:13)-Erfolg, der ihnen im drohenden Abstiegskampf etwas Luft verschafft.

Zu einem Lob ließ sich ein zuletzt von seiner Mannschaft arg enttäuschter Trainer Weiss nicht hinreißen, wohl aber zu der Forderung, „dass wir so geschlossen immer auftreten müssen.“ Gegen die Hornets absolut notwendig, denn die präsentierten sich als der erwartet zähe Gegner, der allerdings zunächst überhaupt nicht ins Spiel fand. Der Grund: Die quirlige SG-Abwehr ließ Stratmann, Heinzelmann und Co. gar nicht erst ins Spiel kommen. Eine hervorragend ausbalancierte 5:1-Deckung mit Jana Pollmer auf der Spitze erhöhte auf des Gegners Mitte den Druck, wo die sonst so starke Carolin Tuc erstmal kein Land sah.                              

Die derart provozierten Fehler plus Vogels Paraden verhalfen Kirchhof zu einer schnellen 6:2-Führung (7.), ehe Coach Pascal Morgant mit der Einwechslung von Lisa Friedrich (für Tuc) kurzfristig (bis zum 8:7) Abhilfe schaffte. Doch dann bekam Simone Poulsen Larsen das Offensivspiel ihrer Mannschaft immer besser in den Griff, hatte besonders in Cristina Mihai eine effektive Abnehmerin oder suchte selbst entschlossen den Torerfolg.

 

 

                                              
                               
                                               Artikel vom 09.03.2014
                                               von Ralf Ohm





16:10 nach 26 Minuten - das wäre unter anderen Vorzeichen (und mit anderen Protagonisten) vielleicht schon eine Vorentscheidung gewesen, doch der beharrliche Tabellennachbar - insbesondere das bärenstarke Rückraum-Duo Stratmann/Heinzelmann - ließ sich noch lange nicht abschütteln. Höchste Gefahr drohte den Gastgeberinnen etwa, als Carolin Tuc bei TVN-Überzahl nach 35 Minuten auf 16:19 verkürzte.

Kirchhof wankte, aber fiel nicht. Weil sich der SG-Angriff immer besser auf die 4:2-Deckung der Nellingerinnen einstellte. Und weil sich die eigene Deckung 60 Minuten lang förmlich zerriss. „Wir sind die nötigen Wege gegangen und haben uns gegenseitig geholfen“, beschrieb Gernot Weiss das Erfolgrezept.

Dieses griff besonders zwischen der 49. und der 55. Minute, als seine Schützlinge von 23:20 auf 29:20 davonzogen. Das gab dann auch den tapferen Schwäbinnen den Rest. Und offenbarte das wahre Potenzial der Kirchhoferinnen, das sie von nun an immer abrufen wollen. Ganz im Sinne ihres Trainers und den letzten Zweifeln am Klassenerhalt.      

(09.03.2014)

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